CB-Funk – Funk für jedermann
Ursprung des CB-Funks
Seinen Ursprung hat der CB-Funk in den USA. Bereits 1947 richtete die amerikanische Funkbehörde FCC einen ersten „Citizens Radio Service“ ein. Dieser arbeitete damals allerdings noch in einem deutlich höheren Frequenzbereich und entsprach noch nicht dem CB-Funk, wie wir ihn heute kennen.
Der eigentliche Beginn des modernen CB-Funks war 1958. In diesem Jahr wurde in den USA ein Bürgerfunkdienst im Bereich um 27 MHz geschaffen. Zunächst standen 22, später 23 Kanäle zur Verfügung.
Besonders in den 1970er Jahren wurde CB-Funk in den USA sehr populär. Vor allem LKW-Fahrer nutzten ihn, um sich unterwegs über Verkehr, Baustellen, Straßenverhältnisse, Polizeikontrollen und andere Ereignisse auszutauschen. Durch die amerikanische Trucker-Kultur sowie Filme und Musik wurde der CB-Funk schließlich auch international bekannt.
CB-Funk kommt nach Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland wurde CB-Funk offiziell am 1. Juli 1975 für die Allgemeinheit freigegeben.
Zu Beginn waren die Möglichkeiten allerdings noch stark eingeschränkt. Es standen lediglich 12 Kanäle, nämlich die Kanäle 4 bis 15, zur Verfügung. Die maximale Sendeleistung lag bei Mobil- und Feststationen bei etwa 0,5 Watt. Tragbare Geräte durften teilweise sogar nur mit 0,1 Watt betrieben werden.
Feststationen mussten damals außerdem teilweise bei der Deutschen Bundespost angemeldet werden. Die Nutzung war damit deutlich stärker reguliert als heute.
Erweiterung auf mehr Kanäle
In den folgenden Jahren wurde der CB-Funk in Deutschland schrittweise erweitert.
1981 wurde die Anzahl der nutzbaren Kanäle auf 22 Kanäle erhöht.
1983 folgte schließlich die Erweiterung auf die bekannten 40 Kanäle. Gleichzeitig wurde insbesondere die Betriebsart FM stärker etabliert. Mit FM waren bis zu 4 Watt Sendeleistung möglich.
Damit näherte sich der deutsche CB-Funk zunehmend dem System an, das auch in anderen europäischen Ländern verwendet wurde.
80 Kanäle in Deutschland
Eine weitere große Änderung erfolgte 1996.
Deutschland führte zusätzlich zu den bisherigen 40 Kanälen die Kanäle 41 bis 80 ein. Seitdem stehen in Deutschland insgesamt 80 CB-Funk-Kanäle zur Verfügung.
Diese zusätzlichen Kanäle sind eine Besonderheit des deutschen CB-Funks. Die Kanäle 41 bis 80 dürfen grundsätzlich mit FM und maximal 4 Watt genutzt werden.
Einführung von SSB
Ebenfalls 1996 wurde in Deutschland erstmals die Betriebsart SSB – Single Side Band, auf Deutsch Einseitenbandmodulation, im CB-Funk zugelassen.
Zunächst durfte SSB allerdings nur auf einem eingeschränkten Teil der Kanäle genutzt werden.
Eine größere Änderung erfolgte im Dezember 2011. Seitdem darf SSB auf den Kanälen 1 bis 40 verwendet werden.
Dabei sind heute folgende Leistungen erlaubt:
FM: bis zu 4 Watt
AM: bis zu 4 Watt
SSB: bis zu 12 Watt PEP
Auf den Kanälen 41 bis 80 ist weiterhin hauptsächlich FM mit maximal 4 Watt vorgesehen.
Gerade SSB ist für größere Reichweiten interessant, da die verfügbare Sendeleistung effizienter genutzt wird und dadurch unter guten Bedingungen deutlich größere Entfernungen möglich sind.
CB-Funk heute
CB-Funk ist auch heute noch eine einfache Möglichkeit, direkt über Funk miteinander zu kommunizieren. Eine Amateurfunkprüfung oder persönliche Funklizenz ist dafür nicht notwendig.
Genutzt wird CB-Funk unter anderem von LKW-Fahrern, Autofahrern, Funkfreunden, Vereinen und Menschen, die eine Kommunikationsmöglichkeit unabhängig vom Mobilfunknetz haben möchten.
Abhängig von Antenne, Standort, Gelände und Funkbedingungen sind Reichweiten von wenigen Kilometern bis hin zu deutlich größeren Entfernungen möglich.
Bei besonderen Ausbreitungsbedingungen können über das 11-Meter-Band sogar Funkverbindungen über mehrere hundert oder mehrere tausend Kilometer zustande kommen.
Die wichtigsten Meilensteine
1947 – erster „Citizens Radio Service“ in den USA
1958 – Einführung des heutigen CB-Funks um 27 MHz in den USA
1970er Jahre – große Verbreitung durch die amerikanische Trucker-Kultur
1. Juli 1975 – offizielle Einführung des CB-Funks in Deutschland mit 12 Kanälen
1981 – Erweiterung auf 22 Kanäle
1983 – Erweiterung auf 40 Kanäle
1996 – Erweiterung auf insgesamt 80 Kanäle und erste Zulassung von SSB
Dezember 2011 – SSB auf den Kanälen 1 bis 40 mit bis zu 12 Watt PEP zugelassen
Damit hat sich der CB-Funk von einem stark eingeschränkten Funkdienst mit wenigen Kanälen und geringer Sendeleistung zu einem vielseitigen Jedermannfunkdienst entwickelt, der bis heute von vielen Funkfreunden genutzt wird.